Vergleich Zahnzusatzversicherung

Barmenia ZG Plus - Beitragsanpassung zum Jahr 2012

Re: Barmenia ZG Plus - Beitragsanpassung zum Jahr 2012

Beitragvon Maximilian Waizmann » 19.12.11, 12:46

Hallo Sib,

der "Treuhänder" spielt nicht nur später bei Beitragserhöhungen eine Rolle, sondern auch bei der ursprünglichen Tarifkalkulation.

D.h. auch bei der Erstkalkulation dürfen Versicherer nicht nach Lust und Laune "Lockpreise" kalkulieren, sondern auch hier überwacht ein Treuhänder, ob die Kalkulationen und Berechnungen "Hand und Fuß" haben.

Selbstverständlich haben Sie Recht, wenn Sie sich über die starken Anpassungen der letzten Jahre beklagen und sicherlich muss sich der Versicherer den Vorwurf machen lassen, nicht besser kalkuliert zu haben. Aber wie heißt es so schön "hinterher ist man immer schlauer".

Vor 5 Jahren konnte weder der Treuhänder noch die Barmenia die genaue Kostenentwicklung abschätzen. Dem Versicherer "Absicht" zu unterstellen, halte ich darüber hinaus für zu weit gegriffen. Ich denke nicht, dass ein Versicherer glücklich über eine Entwicklung wie im Tarif ZG sein kann und somit kann man selbstverständlich auch keine "Absicht" unterstellen, sicherlich aber eine gewisse Fahrlässigkeit.

Meiner Einschätzung nach hätte die Barmenia entweder die Leistungen anfänglich begrenzen müssen (wie sie das ja jetzt im ZG-Plus tut), oder alternativ hätte man eine sehr viel stärkere Risikoselektion vornehmen müssen um wirklich nur Menschen mit sehr guten Zähnen aufzunehmen.

Beides ist nicht passiert. Das Ende vom Lied ist, dass einige wenige Versicherte das "System" extrem ausgereizt oder vielmehr "ausgenutzt" haben. Die Zeche zahlen alle anderen Versicherungsnehmer und glücklich ist am Ende kaum einer.

Die Geschichte mit dem Beiträge zurückfordern wird Ihnen voraussichtlich nicht gelingen. Mit welcher Begründung? Sie haben Jahrelang einen Versicherungsschutz genossen, waren abgesichert für den "Fall der Fälle" (für den man ja eine Versicherung abschließt) und möchten nun kündigen. Das ist ihr gutes Recht und angesichts der Entwicklung im Tarif ZG kann man es auch niemandem verdenken (als Versicherter der ersten Stunde haben Sie ohnehin recht lange "durchgehalten" bis Sie jetzt diesen Schritt gehen möchten). Einen Anspruch auf Rückzahlung der Beiträge haben Sie dadurch aber noch lange nicht.

Wie Sie bei 29 Euro Monatsbeitrag auf 700 Euro pro Jahr kommen, ist mir allerdings schleierhaft (12 x 29 = ca. 350 Euro + Zinsen = ca. 360 Euro). Ob die Selbstzahlervariante mit Ansparen letztlich "günstiger" ist, werden Sie nie vorher wissen können, sondern das werden Sie erst hinterher wissen, wenn Sie in 10 oder 20 Jahren zurückblicken. Dann werden Sie sich entweder sagen "hätte ich doch bloß lieber die Versicherungsvariante gewählt" oder Sie sind wirklich günstiger gefahren und freuen sich an dem noch immer vorhandenen Geld und guter Zahngesundheit.

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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Re: Barmenia ZG Plus - Beitragsanpassung zum Jahr 2012

Beitragvon Sib » 20.12.11, 00:40

Hallo Herr Waizmann,
da haben sie natürlich recht, das Jahr hat nur zwölf Monate und nicht wie ein Standard-Mobilfunkvertrag 24. Man sollte eben nicht zwei Dinge gleichzeitig machen...

Versicherungen gibt es ja nicht erst seit gestern und auch nicht Zahnersatz, ebenso wenig Menschen die "das System ausnutzen". Man kann sich ja schon mal verkalkulieren, aber um soweit daneben zu liegen... naja, vielleicht haben die ja auch mit 24 Monaten/Jahr gerechnet.

Ich halte es schon für gerechtfertigt, zumindest einen Teil der Beitrag zurück zu verlangen. Man entscheidet sich ja nach reiflicher Überlegung für eine Versicherung, abhängig von den gebotenen Leistungen, aber nicht zuletzt auch abhängig vom Preis. Anders als z.B. bei einem Stromanbieter ist es bei Versicherungen ja durchaus entscheidend, mit welchem Eintrittsalter ein Vertrag geschlossen wird. So wär der ZG-Tarif schon damals teurer gewesen, wäre ich 5 Jahre älter. Und genau das passiert wenn ich kündige und mir einen neuen Anbieter suche: dann geht der "Bonus" eines frühen Versicherungseinstiegs verloren.
Da ich nun aber unmöglich voraussehen konnte, dass sich die Beiträge innerhalb von 4 Jahren fast verdoppeln - wie auch, wenn die Experten der Versicherung selbst so ihre Probleme zu haben scheinen mit Voraussagen - habe ich durch die Fahrlässigkeit der Versicherung einen finanziellen Nachteil.

Ich wage mal ohne exzessive Recherche die Behauptung, dass jedes Jahr das man später in die Versicherung einsteigt, einen Euro Mehrbeitrag/Monat bedeutet. Bei 30 Versicherungsjahren (Zähne werden ja bekanntlich erst im Alter teuer) bedeutet das (hoffentlich mach ich es diesmal richtig): 12*30 = 360€
Da fände ich es doch nur fair, wenn ich diesen Betrag zurückerstattet bekäme. Den Rest meiner eingezahlten Beiträge kann die Barmenia gerne für den nicht eingetretenen Fall der Fälle behalten (immerhin noch 495€).

Ich hoffe meine Argumentationskette erschließt sich ihnen. Ich kann als Kunde ja nur kalkulieren, ob eine Versicherung für mich Sinn macht, wenn ich von eine gewissen Beitragsstabilität ausgehen kann. Wer sagt mir denn dass die Beiträge nicht fröhlich so weiter steigen? Mehr als +18% im Durchschnitt wie bisher für die nächsten 30 Jahre bedeutet, dass ich am Ende pro Monat 3767 € zahlen muss! Überspitzt gesagt zahlt man fröhlich ein, wird irgendwann wegen überhöhter Beiträge aus der Versicherung getrieben und kann sich dann nur noch ebenso überteuert versichern oder man steht eben ohne Versicherungsschutz da . Na klasse, so macht Versicherung Sinn! Und wer hat da was von? Die paar "Systemausnutzer" und letztlich die Versicherung, da viele kündigen bevor noch der erste Schadensfall eingetreten ist. Hört sich für mich durchaus nach einem erfolgversprechenden Geschäftsmodell an.

Aber es scheint ja so gang und gäbe zu sein, das der Versicherungsnehmer sich nicht gegen Beitragserhöhungen versichern kann. Ich habe zumindest keinen Tarif mit Beitraggarantie gefunden (wenn dann nur auf wenige Monate begrenzt).
Immerhin wird meine Lebensversicherung nicht teurer. Der Tod ist halt nicht umsonst, aber scheinbar ohne Beitragserhöhung...

Schönen Gruß!
Sib
 

Re: Barmenia ZG Plus - Beitragsanpassung zum Jahr 2012

Beitragvon Maximilian Waizmann » 20.12.11, 09:53

Hallo Sib,

wie Sie korrekt festgestellt haben, gibt es keinen Anbieter im Bereich der privaten Krankenversicherung, der langfristige Beitragsgarantien ausspricht. Kann auch nicht gehen, weil auch die Aktuare und Finanzmathematiker der Versicherungsgesellschaften nicht hellsehen können.

Insofern wird man sich leider damit abfinden müssen, dass der Beitrag bzw. die Beitragsstabilität immer eine unkalkulierbare Komponente bleiben wird, wenn man eine private Kranken(zusatz)versicherung abschließt.

Der "Nachteil" durch das jetzt höhrere Eintrittsalter hält sich zudem schon etwas in Grenzen - da kommen wir bei weitem nicht an den von Ihnen kalkulierten "einen Euro pro Jahr höhren Eintrittsalters" hin:

Beispiel 30 Jahre alt:

Central Prodent: 17,32 Euro
Hanse Merkur EZ, EZT, EZP: 23,67 Euro

--> Eintrittsalter 35 Jahre alt:

Central Prodent: 18,94 Euro --> macht exakt 1,62 Euro mehr Einstiegsbeitrag nach 5 Jahren
Hanse Merkur EZ, EZT, EZP: 24,25 Euro --> macht exakt 58 Cent mehr Einstiegsbeitrag nach 5 Jahren


Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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