Vergleich Zahnzusatzversicherung

Kieferorthopädie bei Signal-Iduna

Kieferorthopädie bei Signal-Iduna

Beitragvon SteHem » 29.04.11, 12:10

Guten Tag,

ich habe einen 8-jährigen Sohn, der womöglich in Zukunft eine Spange benötigen wird. Der Zahnarzt hat uns empfohlen, beizeiten mal einen Kieferorthopäden aufzusuchen.

Jetzt habe ich mich über Kinderzahnversicherungen informiert und bin auf den Tarif Komfort-Plus der Signal-Iduna gestoßen. Hier werden 50% für Kieferorthopädie bezahlt - dabei steht einmal für KIG 2 und einmal KIG 3-5.

Kann mir jemand den Unterschied erklären? Das ist mir nicht ganz klar, was KIG 3-5 oder 2 bedeuten soll.

Reicht die Begrenzung von 1280 Euro pro Jahr bei der Signal aus? Spangen können doch viel teurer werden, oder?

Danke
SteHem
 

 

Re: Kieferorthopädie bei Signal-Iduna

Beitragvon Maximilian Waizmann » 26.10.11, 22:55

Hallo,

zunächst einmal sollten Sie unbedingt mit dem Zahnarzt abklären, ob er diese "Empfehlung" schon in irgendeiner Art und Weise schriftlich in der Patientenakte Ihres Sohnes dokumentiert hat. Wenn dem nämlich so wäre, dann wäre aus Sicht einer Versicherungsgesellschaft bereits ein "Versicherungsfall" eingetreten oder zumindest ursächlich begonnen.

Nur wenn der Zahnarzt aktuell noch keinerlei Vermerk o.Ä. mit Hinweis auf eine Fehlstellung oder eine Empfehlung für einen Kieferorthopäden-Besuch o.Ä. vermerkt hat, kann man das Risiko einer möglicherweise später notwendigen kieferorthoädischen Behandlung noch mit einer Zahnzusatzversicherung absichern!

Zu Ihrer eigentlichen Frage betreffend die Tarife der Signal-Iduna:

KIG ist die Abkürzung für "kieferorthopädische Indikationsgruppen". Das ist eine Skala von 1 bis 5, auf der die "Schwere" einer Fehlstellung bewertet wird.

KIG 1 bedeutet, dass nur eine sehr minimale Fehlstellung festgestellt wurde.

KIG 5 bedeutet, dass eine sehr schwerwiegende Fehlstellung diagnostiziert wurde.

Die gesetzliche Krankenversicherung leistet für kieferorthopädische Behandlungen grundsätzlich bei Vorliegen einer mittleren bis schweren Fehlstellung vom KIG-Grad 3-5, d.h. in diesen Fällen bezahlt die gesetzliche Krankenkasse eine "einfache" kieferorthopädische Behandlung, um die Fehlstellung zu korrigieren.

Allerdings können trotz Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung private Zusatzkosten entstehen, wenn über die Kassenleistung hinaus eine sog. "private Mehrkostenvereinbarung" über eine hochwertigere Behandlung abgeschlossen wird.

Auf diese Weise kann man auf eigene Kosten die Behandlung etwas hochwertiger, optisch schöner und angenehmer gestalten.

Die Signal-Iduna trägt von derartigen Mehrkosten 50%, allerdings nur für Zusatzkosten, die nicht rein der Optik dienen, die also auch aus medizinischer Sicht notwendig oder sinnvoll sind.

Die Höhe der Mehrkosten im Rahmen einer von der GKV erstatteten Behandlungen ist natürlich davon abhängig, was genau an Zusatzbehandlungen gemacht wird. Meiner Erfahrung nach bewegen sich die Zusatzkosten für eine anständige KFO-Behandlung bei rund 1000-2000 Euro.

Bei Vorliegen von KIG 1 oder 2, also nur einer sehr leichten Fehlstellung, bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung (noch) gar nichts.

Wenn man sich dann auf Anraten des Kieferorthopäden zu einer Frühbehandlung entschließt, muss man die gesamten Kosten der Zahnklammer selbst tragen und das kann natürlich deutlich teurer werden. Da sprechen wir dann tendenziell eher über rund 3000 bis 6000 Euro Behandlungskosten.

Private Versicherer wie auch die Signal-Iduna tragen die Kosten einer solchen Frühbehandlung i.d.R. schon, sofern eine medizinische Notwendigkeit für die Behandlung gegeben ist (was im Regelfall nur auf KIG-Stufe 2 zutrifft, d.h. bei KIG 1 lehnen die meisten Versicherungsunternehmen mit Hinweis auf die fehlende medizinische Notwendigkeit ab).

Das zur Verfügung stehende Budget von 1280 Euro pro Kalenderjahr dürfte für einen Großteil anfallender Behandlungskosten ausreichen. Eine kieferorthopädische Behandlung ist ja keine Sache, die von heute auf morgen durchgeführt wird, sondern die Behandlung erstreckt sich im Regelfall auf mehrere Jahre, so dass auch die Behandlungskosten etwas verteilt werden.

Die Signal-Iduna bietet mit den Tarifen Komfort-Zahn und Komfort-Plus eine relativ preisgünstige Variante wenn man Kinder gegen Kieferorthopädie versichern möchte (verglichen mit anderen Anbietern wie z.B. CSS Flexi o.Ä. die zwar teilweise mehr leisten, aber auch deutlich mehr ksoten).

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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Re: Kieferorthopädie bei Signal-Iduna

Beitragvon Maximilian Waizmann » 26.11.14, 06:19

Nachtrag zu den Tarifen Signal-Iduna Kompakt Start und Kompakt Plus:

Kieferorthopädie wird hier zu 50% (aus Z503 erstattet).

Bei KIG 3-5 leistet die Signal-Iduna im Bereich Mehrkosten allerdings nicht für Materialkosten hochwertiger Brackets, also keine Kosten für Kunststoffbrackets, Keramikbrackets oder Mini-Metall / Speedbrackets.

Diese Kosten fallen nach Ansicht der Signal-Iduna in den kosmetischen Bereich und sind damit nicht erstattungsfähig.

Bei anderen Gesellschaften sind diese Mehrkosten versichert, sofern diese in den AVB ganz explizit aufgezählt sind!

Viele Grüße

Maximilian Waizmann


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am 26.11.14, 06:19.
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