Vergleich Zahnzusatzversicherung

Kieferorthopädie für Kinder

Kieferorthopädie für Kinder

Beitragvon Horst » 15.05.11, 18:41

Wir sind auf der Suche nach einer Zahnzusatzversicherung für unsere Tochter. Uns wurde von unserem Kieferorthopäden der Tarif der CSS Versicherung empfohlen.
Die Leistungen (80%) hören sich ja sehr gut an!
Blos verstehe ich nicht was KIG bedeutet??? Und vor allem ist nur immer von KIG 2-5 die Rede! Gibt es denn kein KIG 1?
Wie sind hier dann die Leistungen?

Danke!
Horst
 

 

Re: Kieferorthopädie für Kinder

Beitragvon Maximilian Waizmann » 06.11.11, 20:46

Guten Tag Horst,

KIG = kieferorthopädische Indikationsgruppen

Das ist eine Art Skala von 1 bis 5 wo der Schweregrad einer Zahn- oder Kieferfehlstellung bemessen wird.

KIG1 bedeutet dabei, dass nur eine sehr minimale Fehlstellung vorliegt, KIG5 bedeutet, dass eine sehr starke Fehlstellung festgestellt wurde.

Für KIG 1 leistet i.d.R. kaum ein Versicherer im Falle einer Korrektur, da die Abweichungen hier i.d.R. nur so gering sind, dass eine Korrektur aus medizinischen Aspekten im Regelfall nicht notwendig wäre, sondern lediglich aus rein optischen Gründen durchgeführt wurde.

WICHTIGER Hinweis allerdings:

Sie schreiben, dass Sie bereits bei einem Kieferorthopäden waren.

Hier ist äußerste Vorsicht geboten, bzw. im Normalfall dürfte es - wenn bereits eine Untersuchung beim Kieferorthopäden stattgefunden hat - bereits zu spät sein, um für eine möglicherweise bald anstehende KFO-Behandlung noch eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen!

Der "Versicherungsfall" beginnt nach gängiger Rechtsprechung mit der ersten einer Heilbehandlung vorausgehenden Untersuchung, unabhängig davon, ob eine sofortige Behandlungsbedürftigkeit vorlag oder erst später eine Behandlung stattfindet.

Wenn der Kieferorthopäde also nur den Hauch einer Fehlstellung festgestellt und dokumentiert hat, können Sie leider keine Versicherung mehr mit kieferorthopädischen Leistungen abschließen. Im Zweifel sollten Sie sich vom Kieferorthopäden ein Attest ausstellen lassen, worin er bescheinigt, dass keine Fehlstellung vorliegt und festgestellt wurde.

Optimalerweise sollte eine Kinderzahnversicherung schon viele Jahre vor einer möglichen KFO-Behandlung abgeschlossen werden, bestenfalls im Alter zwischen 3 und 5 Jahren.

Ausführliche Informationen zum Angebot der CSS Versicherung finden Sie online unter http://bit.ly/kVF0Y5.

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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Re: Kieferorthopädie für Kinder

Beitragvon zahnweh124 » 12.01.12, 12:43

Hallo,
bei meiner Tochter (12Jahre) und bei meinem Sohn(10Jahre) wurde mir am gleichen Tag für beide Kinder bei einer zahnärtzlichen Routineuntersuchung (kein Kieferortopäde nur ein Zahnarzt) mitgeteilt: Zitat " Ich sollte doch mal zu einer Kfo Untersuchung gehen" Zitat ende.
Gleichzeitig eine Aktennotiz in die Krankenakte beider Kinder "Kfo nötig"

Habe eine schriftliche Bestätigung vom diesem Zahnarzt das keine Kfo Untersuchungen gemacht wurden und damit auch kein Kfo Befund vorliegt. (Steht auch nichts davon in der Krankenakte)
Lediglich hat er für sich als Gedächnisstütze eine Aktennotiz gemacht .

So nun habe ich meine Kinder kurze Zeit später bei der Css versichert.

Ein halbes Jahr später beim Kieferortopäde wurde meine Tochter ohne größere Untersuchung wieder heimgeschickt Zitat: " Es wäre noch zu früh für einen Befund erst müssen bestimmte Zähne noch raus wachsen.

1Jahr später der Befund Kig2
Kostenvoranschlag mit bitte zur Übernahme wurde abgelehnt aufgrund dieser Aktennotiz.

Kann es sein das man ohne Inanspruchnahme einer Untersuchung nur für einen Hinweis zur einer Untersuchung den Versicherungsschutz verliert?
Weder der Zahnarzt und schon gar nicht wir wußten was bei der Untersuchung rauskommt ????????????????????????????????????????
zahnweh124
 

Re: Kieferorthopädie für Kinder

Beitragvon Maximilian Waizmann » 12.01.12, 14:59

Hallo Zahnweh,

"Kfo nötig"

Wie sonst sollte ein Versicherer eine solche Aktennotiz Ihrer Ansicht nach interpretieren??

So leid es mir tut, aber wenn der Zahnarzt in der Akte notiert, dass "Kfo nötig" ist, dann hätte wohl jeder Versicherer die 1 Jahr später eingereichte KFO-Behandlung abgelehnt.

Wenn es sich bei der Notiz ohne jegliche Untersuchung nur um eine Gedankenstütze handeln sollte, dann hätte der Zahnarzt das anders formulieren können als "Kfo nötig".

Jetzt steht natürlich letzlich Aussage gegen Aussage und die Versicherung wird sich - so meine Einschätzung - vermutlich weiterhin auf diesen recht deutlichen Hinweis des Zahnarztes berufen, auch wenn der Zahnarzt mit einer Klarstellung beteuert, dass keine Untersuchungen stattgefunden haben o.Ä..

Letztlich müsste im Zweifel gerichtlich geklärt werden, wer hier im Recht ist.

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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Re: Kieferorthopädie für Kinder

Beitragvon Zahnweh123 » 12.01.12, 16:54

Ja das sehe ich genauso wie sie.
Kann der Versicherung auch nicht böse sein.

Leider muß ich das jetzt gerichtlich klären obwohl wir da gar nichts dafür können.

Denn angenommen in 2 Jahren geht mein Sohn zur 1. Kfo Untersuchung und da wird auch was festgestellt dann habe ich das gleiche wieder an der Backe.

Kann einfach nicht verstehen warum ein Zahnarzt ohne Untersuchung so etwas in die Krankenakte schreibt?????
Er hat zu mir gesagt das macht er bei fast allen Kindern damit die Eltern nicht sagen können er hätte ja nichts gesagt ???????

Aber wir sind uns doch beide einig das ein Hinweis man sollte doch zu einer Kfo Untersuchung gehen weder eine Untersuchung noch ein Befund ist, da weder der Zahnarzt noch der Patient weiß was dann dabei raus kommt.

Wenn ich vor Gericht verliere hoffe ich das wenigstens mein Zahnarzt und die Leute die hier lesen darauf achten das die Krankenakte von so was sauber bleibt.
Zahnweh123
 

Re: Kieferorthopädie für Kinder

Beitragvon Maximilian Waizmann » 12.01.12, 17:17

Hallo Zahnweh,

Kann einfach nicht verstehen warum ein Zahnarzt ohne Untersuchung so etwas in die Krankenakte schreibt?????
Er hat zu mir gesagt das macht er bei fast allen Kindern damit die Eltern nicht sagen können er hätte ja nichts gesagt ???????


Genau DAS ist das Problem...der Zahnarzt will sich selbst aus der Haftung nehmen und tut das quasi auf Kosten seiner Patienten...zumindest in versicherungstechnischer Hinsicht.

Letztlich muss man das wohl oder übel unter "dumm gelaufen" verbuchen, da der Zahnarzt an sich ja kein Versicherungsspezialist ist / sein kann und daher nach bestem Wissen und Gewissen arbeitet.

Wie ein Richter den Sachverhalt bewertet, ist m.E. relativ offen.

Der Hinweis "gehen Sie mal zu einem Kieferorthopäden" könnte möglicherweise auch schon problematisch sein, deutet er zumindest darauf hin, dass beim Kind eine Fehlstellung ersichtlich sein könnte (da man ja sonst nicht sagen würde "gehen Sie mal zum Kieferorthopäden").

Wenn Sie mit dieser Sache wirklich über den Anwalt gehen möchten, dann würde ich Ihnen raten, noch mal mit dem Zahnarzt zu sprechen und ihn bestätigen zu lassen, dass die Empfehlung zum Kieferorthopäden zu gehen, nicht "patientenbezogen" aufgrund der Gebissstellung Ihrer Kinder erfolgte, sondern dass es sich um eine reine Routine-Empfehlung handelt, welche er jedem Kind gibt und dass der Vermerk in der Patientenakte missverständlich war.

Ob der Richter dem dann glauben schenkt, wird wohl im Einzelfall entschieden werden müssen.

Viele Grüße und viel Glück

Maximilian Waizmann
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Re: Kieferorthopädie für Kinder

Beitragvon Zahnweh123 » 14.02.12, 20:25

Maximilian Waizmann hat geschrieben:
Wenn Sie mit dieser Sache wirklich über den Anwalt gehen möchten, dann würde ich Ihnen raten, noch mal mit dem Zahnarzt zu sprechen und ihn bestätigen zu lassen, dass die Empfehlung zum Kieferorthopäden zu gehen, nicht "patientenbezogen" aufgrund der Gebissstellung Ihrer Kinder erfolgte, sondern dass es sich um eine reine Routine-Empfehlung handelt, welche er jedem Kind gibt und dass der Vermerk in der Patientenakte missverständlich war.

Ob der Richter dem dann glauben schenkt, wird wohl im Einzelfall entschieden werden müssen.

Viele Grüße und viel Glück

Maximilian Waizmann


Hallo,

vielen Dank für ihre ehrliche und meiner Meinung nach genau richtige Einschätzung.
Genau so wie sie schreiben werde ich vorgehen. Der Zahnarzt hat mir jede Unterstützung zugesagt da es ihm glaube ich auch leid tut.
Rechtschutzversicherung übernimmt den Fall. (wenigstens was)
Ab jetzt lasse ich jedes Wort vom Anwalt prüfen. Traurige Welt..........

Bin am überlegen ob ich mich an ein Fachmagazin oder die Presse wende schließlich wird bei unserer gesetzlichen Sch.......versorgung.
Eine private Zusatzversorgung immer wichtiger und wenn man da auch noch kämpfen muss wird es langsam eng vor allem für Familien.

Mit nachdenklichen Grüßen
Zahnweh


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am 14.02.12, 20:25.
Zahnweh123
 


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