Vergleich Zahnzusatzversicherung

Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Dirkxx » 22.11.11, 20:02

Hallo,

ich habe 2009 bei der Barmenia die Zahnzusatzversicherung ZG abgeschlossen. Jetzt wurde mir nach einem Zahnarztwechsel vom neuen Zahnarzt zur Kronenversorgung an mehreren Zähnen geraten. Die Barmenia hat darauf hin eine handschriftliche Kopie der Partientenkartei von meiner alten Zahnärztin verlangt. Da diese nich reagiert hat, hat die Barmenia mich angeschrieben und mich darauf hingewiesen, dass ohne diese Kopie der handschriftlichen Patientenkartei keine Kostenübernahme erfolgen kann.

Ich bin zur Mitwirkung verpflichtet und da ich als Patient Einsicht in Form einer Kopie erhalten kann, habe ich diese bei der alten Zahnärztin abgeholt und guten Mutes an die Barmenia geschickt.

Heute hat mir die Barmenia meine Zahnzusatzversicherung gekündigt!!!

Mit der Begründung, dass ich bei Vertragsabschluß nicht angegeben habe, dass mir schon vor Vertragsabschluß zur Kronenversorgung geraten wurde. Hätte ich das bei Vertragsabschluß angegeben, dann wäre es laut Barmenia zu keinem Vertrag gekommen. Ich habe den Vertrag damals online ausgefüllt und ausgedruckt. Da steht doch gar nichts dabei das ich so was angeben muss??? Da war glaub ich die Frage danach ob etwas in Planung ist...NEIN da war nichts in Planung damals! Da stand aber meiner Meinung nach nichts davon, ob etwas empfohlen wurde.

Der alte Tarif ZG wurde ja während meiner Vertragslaufzeit in ZG Plus umbenannt. Wenn ich den ZG Plus online ausfülle, kommt durchaus die Frage ob Behandlungen angeraten wurden. Bei dem alten Tarif ZG kam das meiner Meinung nach nicht...

Was soll ich jetzt machen?

Vielen Dank im Voraus
Dirkxx
 

 

Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Kurt33 » 24.11.11, 16:38

Ist ein schwieriger Fall - ich würde mich dabei einmal von einem Anwalt juristisch beraten lassen.
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Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Dirkxx » 24.11.11, 17:55

Ich habe beim Online ausfüllen des Vertrags damals alles ausgedruckt und ich habe nix gefunden wo steht "sind Behandlungen angeraten ja oder nein" Die solln mir erst ma den Beweis dafür liefern, das ich das Kreuz für NEIN gemacht habe. Des Weiteren kann die Zahnärztin in ihre Patientenkartei reinschreiben was sie will...mir wurde nix angeraten. Hab keine Unterschrift für irgend eine Anratung gegeben!

Ich hätts ja verstanden wenn die gesagt hätten, wir bezahlen ihnen die und die Einzelkrone nicht...aber gleich zu kündigen, das lass ich nicht auf mir sitzen.

Ich konnte keine Angabe über angeratene Behandlungen machen, weil mir keine angeraten wurden. Solln die mir erst ma das Gegenteil beweisen und solln die mir erst ma beweisen das ich angegeben habe das keine Behandlungen empfohlen wurden!

Wenn die nicht einlenken geh ich zum Anwalt! Ich bin immer noch nicht zur Ruche gekommen...so eine Frechheit!
Dirkxx
 

Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Maximilian Waizmann » 25.11.11, 18:00

Hallo Dirk,

Da war glaub ich die Frage danach ob etwas in Planung ist...NEIN da war nichts in Planung damals! Da stand aber meiner Meinung nach nichts davon, ob etwas empfohlen wurde.


ich weiß nicht, wo für Sie persönlich der Unterschied zwischen einer "Empfehlung" des Zahnarztes und einer "Planung" liegt. Für die Versicherungen macht das leider keinen Unterschied. Sobald der Zahnarzt einen Schaden feststellt und/oder zu einer Behandlung rät / empfiehlt o.Ä., tritt im juristischen Sinne der sog. "Versicherungsfall" ein. Fragt der Versicherer im Antrag nach diesem Umstand, so sind Sie selbstverständlich zu einer wahrheitsgemäßen Angabe verpflichtet. Weist Ihnen der Versicherer später im Leistungsfall nach, dass Sie diese Angabe nicht wahrheitsgemäß gemacht haben, dann hat er verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

Wenn Sie lediglich "fahrlässig" eine Anzeige unterlassen haben und die Anzeigepflichtverletzung nicht im Zusammenhang mit einer aktuell durchzuführenden Zahnbehandlung steht, kann der Versicherungsschutz vom Versicherer im Regelfall mit der nachträglichen Einpflegung eines Leistungsausschlusses oder eines Risikozuschlages weitergeführt werden.

Unterstellt der Versicherer Ihnen allerdings "arglist", sprich unterstellt der Versicherer, dass Sie die Angabe absichtlich unterlassen haben, um den Versicherer zu täuschen und ggf. später für möglicherweise bereits angeratene Behandlungen eine Leistung zu bekommen, dann wirft er sie - wie geschehen - leider auf gut Deutsch gesagt "raus" und Sie verlieren den gesamten Versicherungsschutz.

Die Frage im Antrag der Barmenia ZG lautete exakt:

"Erfolgt zurzeit zahnärztliche Behandlung oder ist sie angeraten oder beabsichtigt?"

Diese Frage dürfte online im Abschluss-Tool der Barmenia exakt gleich hinterlegt gewesen sein.

Ihrer Schilderung ist zu entnehmen, dass es mit der alten Zahnärztin wohl durchaus Überlegungen gab, zahnärztliche Behandlungen durchzuführen (siehe Eingangszitat, Sie unterscheiden zwischen "Planung" und "Empfehlung") - Sie sahen wohl nur noch keine "konkrete Planung" darin, sondern eher eine "unkonkrete Empfehlung". Für den Versicherer macht das wie geschildert allerdings keinen Unterschied - Sie wussten dadurch schließlich bereits, dass zahnärztlicher Behandlungsbedarf ansteht - so hatte es die "alte" Zahnärztin offenbar in der Patientenakte vermerkt - und nur danach kann der Versicherer gehen.

Wenn dem so war, dann hätten Sie das in der Tat angeben müssen und hätte die Barmenia damals bereits Kenntnis von diesem Umstand gehabt, so wäre der Vertrag nicht zustande gekommen (oder nur mit einem Ausschluss der "angeratenen" Behandlungen).

Insofern scheint der "Rauswurf" seitens der Barmenia gerechtfertigt zu sein. Wenn Sie den Sachverhalt gänzlich anders sehen, steht es Ihnen natürlich frei zu einem Anwalt zu gehen und den Sachverhalt überprüfen zu lassen. Meiner Erfahrung nach, schmeißt ein Versicherer jemanden allerdings nicht einfach so ohne Grund raus, so dass eine Überprüfung vermutlich eher geringe Chancen haben dürfte, wenn die alte Zahnärztin in der Akte vermerkt hatte, dass über neue Kronen o.Ä. gesprochen wurde.

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Dirkxx » 25.11.11, 18:21

Also eins steht fest...ich habe nicht vorsätzlich gehandelt und auch nicht arglistig getäuscht. Ich denke es geht der Versicherung nur um die Höhe des Betrags von paar tausend EUR. Und so einen Versicherungsnehmer will man natürlich schnellstens los werden. Das hat mir auch der "neue" Zahnarzt schon erzählt... die haben ständig solche Fälle, wo die Zahnversicherungen abspringen!!!

Die "alte" Zahnärztin kann in ihre Patientenkartei reinschreiben was sie will...das ist kein Beweis dafür, dass sie mich auch wirklich davon unterrichtet hat. Denn wo keine Unterschrift von mir drunter ist, da habe ich auch nichts zur Kenntnis genommen.

So sehe ich das! Ich hätte echt eingesehen, wenn die gesagt hätten "dies und jenes bezahlnen wir ihnen nicht". Aber gleich zu kündigen dient nur dazu den Versicherungsnehmer loszuwerden. Es sollten nämlich auch einige wenige teure Sachen gemacht werden, die nicht in der Patientenkartei stehen...gut für die Barmenia, da haben die gleich alle Sorgen mit mir los.
Dirkxx
 

Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Maximilian Waizmann » 25.11.11, 18:30

Hallo Dirk,

haben Sie mit der alten Zahnärztin über Kronen gesprochen oder nicht?

Wenn SIe sich selbst die Frage ehrlich mit "NEIN" beantworten können, dann kann ich Sie verstehen.

Falls Sie doch mit der Zahnärztin über Kronen gesprochen haben, sieht die Sachlage wie geschildert aus. Ob die Unterstellung von "Arglist" gerechtfertigt ist und somit der Rauswurf OK ist, kann nur im Einzelfall beurteilt werden. Hier kann es sich evtl. in der Tat "lohnen" einen Anwalt zu konsultieren um überprüfen zu lassen, ob man nicht zumindest auf Fahrlässigkeit plädieren könnte mit dem Ziel, dass der restliche Versicherungsschutz weitergeführt werden kann.

Ob das sinnvoll ist, kann wie gesagt nur im Einzelfall beurteilt werden. Da spielen dann sicherlich so Dinge eine Rolle, wie viel Zeit zwischen Empfehlung des Zahnarztes und Versicherungsabschluss vergangen ist und wie "konkret" die Äußerungen des Zahnarztes in der Akte sind.

Ihrer Argumentation, dass nur solche Dinge "angeraten" wären, die Sie auch "unterschrieben" haben, kann ich im übrigen nicht ganz folgen. Üblicherweise unterschreibt man dem Zahnarzt nicht, wenn der einem eine Behandlung anrät - das ist leider nun mal Fakt. Wenn der Zahnarzt in seiner Akte dokumentiert, dass er mit seinem Patienten über gewisse notwendige Behandlungen gesprochen hat, dann darf der Versicherer diesem Eintrag durchaus Glauben schenken. Der Zahnarzt hätte ja nichts davon, wenn er hier in seiner Akte eine unwahre Behauptung reinschreiben würde.

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Drikxx » 25.11.11, 18:39

die versicherung hat gar kein recht in die patientenkartei zu sehen...nur durch meine blödheit und hilfsbereitschaft der versicherung gegenüber hab ich denen den gefallen getan und die patientenkartei bei der "alten" zahnärztin abgeholt.

mir wurde vom neuen zahnarzt gesagt, dass ein heil und kostenplan, oder der kostenvoranschlag völlig ausreichend sind. alles andere sind stasimethoden!!!

und der neue meinte auch das nur da wo meine unterschrift drunter ist, nur da habe ich etwas bestätigt. wieder ein beweis das man die handschriftliche patientenkartei gar nicht rechtskräftig nutzen kann.

ich melde mich wenn ich mehr weis...danke für die hilfe.
Drikxx
 

Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Maximilian Waizmann » 26.11.11, 13:56

Hallo Dirk,

die versicherung hat gar kein recht in die patientenkartei zu sehen


Das sehen manche Gerichte durchaus anders. Bislang gibt es zu diesem Thema noch keine einheitliche Rechtsprechung, d.h. Amts- und Landgerichte haben entsprechende Fälle bislang unterschiedlich entschieden, teilweise zu gunsten von Patienten, teilweise zu Gunsten von Versicherungsgesellschaften.

Ich denke, dass die Versicherungsgesellschaften insbesondere bei sehr hohen Schäden und/oder bei Schäden, die schon relativ kurze Zeit nach Abschluss der Versicherung eingereicht werden, durchaus ein berechtigtes Interesse an der Einsicht in die Patientenkartei haben und ich denke, dass auch Gerichte in solchen Fällen darauf plädieren werden, der Versicherung dieses Recht zuzugestehen, frei nach dem Motto "wer nichts zu verbergen hat, sollte auch kein Problem damit haben, wenn die Versicherung die Patientenkartei zur Beurteilung heranzieht".

Bei "Kleinschäden" wo es nur um ein paar hundert Euro geht, mag die Rechtsprechnung auf Ihrer Seite sein und die Versicherung wird sich hier wohl mit der bloßen "Auskunft" des Zahnarztes begnügen müssen.

Die Aussage Ihres Zahnarztes, dass wohl erst mit Erstellung eines Kostenplanes o.Ä. ein "Schadenfall" eintritt ist leider definitiv falsch. Auch die reine Feststellung eines Defektes an einem Zahn oder vorhandenem Zahnersatz führt leider bereits zum eintritt des "Versicherungsfalls", unabhängig davon, ob sofort oder erst einige Zeit später eine Behandlung erfolgt.

Ansonsten würde ja jeder erst dann eine Versicherung abschließen können, wenn er weiß, dass er sie bald in Anspruch nehmen muss - das kann und ist nicht wirklich Sinn einer "Versicherung", das dürfte hoffentlich jedem einleuchten.

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Dirkxx » 27.11.11, 02:38

ja, bloß der sproingende punkt ist eben der, dass mir meine "alte" zahnärztin nicht zur kronenversorgung geraten hat. und da es in der patientenkartei drin steht und ich trotzdem nichts davon weis, heißt das ja das sie mir zu nix geraten hat.

bei dem "neuen" zahnarzt ist das gleich von anfang an anders gewesen...der hat mir richtig deutlich gemacht das verschiede füllungen raus müssen und unbedingt paar einzelkronen drauf müssen! das nenne ich "zur behandlung geraten".

hätte ich absichtlich etwas verheimlichen wollen, dann wäre ich wohl nicht so selten doof gewesen und hätte extra für die barmenia die hanschriftliche kopie der patientenkartei bei der zahnärztin abgeholt, zu der ich nie wieder hin wollte!!!

das allein zeigt doch schon das ich von keinen behandlungsempfehlungen wusste...
Dirkxx
 

Re: Barmenia ZG VERTRAGSKÜNDIGUNG

Beitragvon Maximilian Waizmann » 28.11.11, 20:32

Hallo Dirk,

und da es in der patientenkartei drin steht und ich trotzdem nichts davon weis, heißt das ja das sie mir zu nix geraten hat.


Das heißt es leider nicht.

Es heißt - aus Sicht der Versicherung- nur, dass Sie "behaupten", dass die Zahnärztin Ihnen diesbezüglich nichts gesagt hat. Ob das wirklich den Tatsachen entspricht, wissen nur Sie selbst und die Zahnärztin, da ansonsten vermutlich niemand bei den Besprechungen / Behandlungen dabei war.

Woher soll der Versicherer wissen, ob diese Behauptung der Wahrheit entspricht? Der Versicherer muss sich leider auf das verlassen, was beim Zahnarzt in den Akten steht. Der Zahnarzt hat schließlich kein Interesse daran, Ihnen dahingehend irgendetwas "anzudichten", was nicht der Wahrheit entspricht.

Insofern verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht, warum Sie "sauer" auf die Barmenia sind? Die Barmenia hat nach der geschilderten Aktenlage offenbar korrekt gehandelt (ob der Vertragsrücktritt an sich berechtigt ist, kann ich wie gesagt nicht prüfen, aber lt. Ihrer Schilderung scheint der Grundvorwurf der Anzeigepflichtverletzung im Kern zutreffend zu sein, jedenfalls nach Aktenlage).

Sie sollten ggf. eher sauer auf ihre alte Zahnärztin sein, wenn diese irgendwelche Behandlungsempfehlungen in ihre Akten schreibt, die sie Ihnen nicht mitgeteilt hat?!! Der Barmenia können Sie das sicherlich nicht vorwerfen...

Viele Grüße

Maximilian Waizmann
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